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Donnerstag, 17 Juni 2021

Orgel ist jetzt Königin im Ludowingersaal

Das Blasorchester der Kreismusikschule hat charmante Konkurrenz bekommen. Denn wer vereint Trompete, Posaune, Gemshorn, Blockflöte, Fagott und Oboe? - Natürlich die Königin der Instrumente: Die Orgel. Gloria Concerto heißt die Orgel, welche die Empore im Ludowingersaal nun zu einer Orgelempore macht. Als „Kind“ des Fachunternehmens G. Kisselbach in Baunatal, ist es auch ein Gruß aus der Partnerstadt von Sangerhausen.

Das Instrument kommt zwar ganz ohne die typischen Orgelpfeifen aus und ist auch wesentlich kleiner als die historischen Kirchenorgeln, aber sie vereint alles, was ein Organist zum Üben braucht: Zwei Manuale und das Pedal sowie für die „Farbigkeit“ der Musikstücke über 30 Register, die mit Knopfdruck bedient werden. Dabei erklingen Töne, die von originalen Orgeln abgenommen, „gesampelt“, wurden. So hört man beim Spiel der Gloria auch jeweils ein kleines Stückchen der Stimmung von großen Orgelbaumeistern, wie Werckmeister und Silbermann.
Was dem Instrument nun fehlt, sind die Orgelspieler. Aber das wird sich sicher bald ändern. Denn das Einweihungskonzert am Mittwochabend zeigte, wie viel Freude das Orgelspielen bereitet - dem jeweiligen Organisten genauso, wie dem Publikum. Was spielt man zu einer Orgeleinweihung? Natürlich Johann Sebastian Bach. Kirchenmusikdirektorin Martina Pohl, die auch an der Kreismusikschule Orgelunterricht gibt und auf deren Anstoß die Heimorgel angeschafft wurde, begann somit das Sponsorenkonzert mit dem Präludium Es-Dur. Die ehemaligen Schülerinnen der Kreismusikschule, Sophie Probst und Julia Jira, zeigten mit ihren Konzertbeiträgen der modernen Komponisten Zoltan Kodaly, Olivier Messiaen sowie den Romantikern Felix Mendelssohn Bartholdy und Cesar Franck die breite Palette der Möglichkeiten.
Martina Pohl stellte dabei auch die Nachwuchsorganistinnen vor, die in diesem Jahr ihren Bachelorabschluss als Kirchenmusiker absolvieren. Dabei wurde deutlich, wie lange es dauert, um eine Orgel „mit Händen und Füßen“ spielen zu können. Voraussetzung ist natürlich Klavierspiel. Der Freundes- und Förderkreis der Musikschule engagiert sich deshalb auch in der Nachwuchsgewinnung. „Für Klavierschüler, die mindestens eine dreijährige Klavierausbildung haben, übernimmt der Verein für ein Jahr den Orgelunterricht“, sagt der Vereinsvorsitzende Steffen Jäsche. Er hofft natürlich auf eine rege Inanspruchnahme, denn das Instrument soll nicht nur zum Üben, sondern auch für anspruchsvolle Konzerte genutzt werden.
So werden sich die investierten 9.000 Euro sicher bald als nützlich erweisen. In erstaunlich kurzer Zeit, knapp drei Monate, wurde dieses Spendenprojekt des Freundes- und Förderkreises umgesetzt. Als Dankeschön für die Hauptsponsoren sowie die Privatspender gab es nicht nur das Sponsorenkonzert. Ähnlich dem Spendenflügel wird demnächst im Foyer eine Orgel den Besuchern die Spender zeigen.

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung vom 27.02.2015